Oct
3
laminieren, kleben, harzen
by Wolfi
Wie ein guter F3B- Flieger aussieht ist eigentlich ziemlich klar. Leicht soll er sein und stabil. Um das zu erreichen greift man für gewöhnlich auf Faserverbundwerkstoffe zurück, das heißt ein Hochleistungsflieger wird in der Regel aus hochfesten Kohlefasern und Kunstharz erstellt. Üblicherweise verwendet man hierfür Epoxidharz, z.B. L285. Da das Harz nicht so stark stinkt wie vergleichsweise Polyesterharz scheint sich niemand groß darum zu kümmern. Doch aus was ist eigentlich Epoxidharz ? Grundstoff der Epoxidharze ist in der Regel Epichlorhydrin garniert mit Leckereien wie z.B. Bisphenol A . So wie es aussieht ist das Zeug gar nicht ohne. Bei der Uni Würzburg weiß man das schon lange, da hat man das vor Urzeiten untersucht: spätestens bei den Worten “krebserregend” und “erbgutverändernd” sollte dem geneigten Leser klar sein, daß
(weiter) man hier seine Flieger nicht nur mit Geduld und Spucke zusammenklebt. Der Umgang mit Epoxidharz sollte wohl überlegt sein. Das A und O sind zu allererst mal die richtigen Handschuhe und das Vermeiden von jeglichem direktem Hautkontakt mit dem flüssigen Kunstharz. Interessanterweise finden sich in den Arbeitsschutzbestimmungen der Bauberufsgenossenschaft kein einziger Latexhandschuh. Latex scheint zu diesem Zwecke ungeeignet zu sein – wer hätte das gedacht ? Es wurden hierzu ordentliche Untersuchungen durchgeführt: kräftige Nitril-Handschuhe scheinen angesagt zu sein. Ich bin weder verwandt noch verschwägert mit einem der hier genannten Handschuh-Hersteller, aber das Thema scheint mir wichtig. Wer mir jetzt ein übersensibles Dasein nachsagt, dem lege ich folgende Broschüre und die darin enthaltenen eindrucksvollen Fotos von Arbeiterhänden ans Herz : Praxisleitfaden für den Umgang mit Epoxidharzen (pdf) Eine Allergie bekommt man irgendwann einmal und dann hat man Sie in der Regel für den Rest seines Lebens. “Weniger ist mehr” sage ich da nur. Ausser für vernünftige Handschuhe sollte man auch für eine ausreichende Belüftung mit einem mehrfachen Luftwechsel des gesamten Raumvolumens pro Stunde sorgen. Dazu genügt es sicher nicht, das Fenster mal kurz “auf Kipp” zu stellen – man stelle sich beispielsweise einem lauen Sommerabend mit null Luftbewegung draussen und nur schwach hektische Bewegungen im Werkstattkeller vor. Eine mechanische Be- und Entlüftung sollte es schon sein – und sei es “nur” ein großer 12Volt Lüfter, der durch ein Kunststoffrohr d=100mm die Abluft ins Freie drückt und der Bastelkeller diagonal gegenüber auf der anderen Seite des Raums mit Frischluft versorgt wird. So ein Lüfter schaufelt ganz schön Volumen pro Stunde. Die hier vorgeschlagene Anordnung- großer 12Volt Lüfter + Abwasserrohr dn 100 aus dem Baumarkt ist bestimmt weit entfernt von “gut”, aber das dürfte vermutlich weit besser sein, als das was man in den meisten Bastelkellern finden kann.
Man wird ein Spezialist in hunderte Gebieten, wählend man all das richtig machen!